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Eröffnet am17.11.2011
Letzter Beitrag am26.09.2022 11:18:34

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  • Glasfaserausbau in Oberösterreich: BBOÖ Breitband Oberösterreich als neuer zentraler AnsprechpartnerAL Mag. (FH) Reinhard Haider, E-Government-Beauftragter | 10.06.2022 10:49:05 )

    E-Government – Vom und für Praktiker – Juni 2022


    Glasfaserausbau in Oberösterreich: BBOÖ Breitband Oberösterreich als neuer zentraler Ansprechpartner


    Aus 2 mach 1. Diesen Spruch setzte im Frühjahr 2022 das Land Oberösterreich für den Glasfaserausbau um. Ein notwendiger Schritt, um die Kompetenzen der Fiber Service OÖ und dem FTTH-Bereich der Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH zu bündeln und damit die BBOÖ Breitband Oberösterreich GmbH zu gründen (https://www.bbooe.at/). 


    Ziele von Oberösterreich

    Oberste Ziele dieser Konzentration sind die Beschleunigung des Glasfaser-Ausbaus und die Versorgung von Oberösterreich mit ultraschnellem Internet. Damit dies möglich wird, sorgt die BBOÖ sowohl für die passive als auch für die aktive Infrastruktur – also für alles vom Leerrohr und Glasfaserkabel über den Netz- und Leitungsanschluss bis hin zur Übertragungstechnik.


    Ziele der EU

    2021 wurde die „Digitale Dekade“ proklamiert und die Anforderungen höher gesetzt: Generell gibt es nun zwei zentrale Ziele der EU im Bereich des Breitband-Ausbaus:


    • Gigabit-Internet-Anschlüsse für alle Haushalte der EU bis 2030 (also Speed ab 1Gbit/s)
    • 5G-Versorgung der gesamten EU bis 2030


    Neben der sicheren, leistungsfähigen und tragfähigen digitalen Infrastruktur sollen 20 % der hochmodernen und nachhaltigen Halbleiter weltweit in Europa hergestellt werden, 10.000 klimaneutrale hochsichere Randknoten aufgebaut werden und Europa sollte seinen ersten Quantencomputer haben.


    Warum Glasfaser?

    • Innovativste Technologie: Industrie 4.0 als Schlagwort
    • Echtzeitkommunikation: ohne Verzögerung mit Freunden und Kollegen kommunizieren
    • 5G-Mobilfunktechnik: große Anwendungsbereiche in Technik und Medizin
    • Volle Bandbreite genießen: Stichwort Gigabitversorgung
    • Vielzahl an Anwendungen wie Smart Homes, Multimedia-Streaming oder Online-Gaming. In der Praxis also Dinge, wie seinen Energieverbrauch von unterwegs aus zu steuern, via Home-Office am Berufsalltag teilzunehmen oder beispielsweise die Überwachung des Düngermitteleinsatzes im landwirtschaftlichen Bereich.


    BBOÖ und die Gemeinden

    Grundlegende Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Glasfaserausbaus ist ein Initiator. Dieser kann entweder die Gemeinde selbst, eine LEADER-Region oder eine Interessengemeinschaft sein. Im weiteren Schritt muss eine Beratung beim Breitbandbüro OÖ angefordert werden, in welcher alle Informationen rund um das Thema Breitbandausbau gegeben werden.


    Die Initiatoren überprüfen gemeinsam mit den regionalen Internet Service Providern (ISPs) die aktuelle Versorgungslage in den jeweiligen Gebieten. Gleichzeitig müssen etwaige flächendeckende Ausbauvorhaben in Erfahrung gebracht werden. Bleiben größere, zusammenhängende Gebiete unterversorgt, werden lokale Koordinatoren vom Initiator unterstützt, Interessenbekundungen zu sammeln.


    Ab einer Interessensbekundung von 50% kann das Projekt weiterentwickelt und realisiert werden. Während des Errichtungszeitraums des Glasfasernetzes ist die Unterstützung der Gemeinden, sowie der lokalen Koordinatoren für die erfolgreiche Weiterführung des Projektes essentiell. Dazu gibt es auf der Website ein Kontaktformular und eine Checkliste für Gemeinden (https://www.bbooe.at/gemeinden/ablauf/). 


    Eine weitere Unterstützungsmöglichkeit zur Kostenreduktion liegt in der Mitverlegung von Infrastrukturen bei bereits geplanten Sanierungen, wie etwa einer Kanal- oder Ortswassersanierung. Auch Verlegungen von stromführenden Oberleitungen in die Erde können Möglichkeiten zur Mitverlegung sein.


    Meine Meinung: 

    Mit dieser Zusammenlegung zweiter Firmen bzw. Tätigkeitsbereiche setzt das Land Oberösterreich ein offensives Zeichen. Die Erfahrung zeigt, dass im ländlichen Bereich aber die Initiative der Bürgerinnen und Bürger gepaart mit der Unterstützung der Gemeinden das wichtigste Instrument zur Umsetzung von Glasfaser ist. Denn wenn die Einleitung der Verfahren von den Interessenten kommt, dann werden sie anschließend auch die Nutzungsverträge unterschreiben. Anderenfalls gibt es genug Gemeinden mit gegenteiligen Erfahrungen.


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